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Luftsackerkrankungen
Luftsäcke (in der Fachsprache als Diverticulum tubae auditivae bezeichnet) sind die Ausstülpungen, die das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum verbinden. Der dadurch entstandene Kanal zwischen Ohrtrompete und Luftsack ist nur durch eine Schleimhautfalte verdeckt, die lippenförmig ausgeformt ist. Die Luftsäcke befinden sich auf beiden Seiten, so dass diese nur paarweise auftreten. Sie liegen im Ganaschenbereich unterhalb der Schädelbasis und sind durch eine Schleimhautmembran von Rachen, Kehlkopf und Lymphdrüsen getrennt. Der Luftsack ist noch einmal in eine kleinere laterale und eine größere mediale Bucht getrennt.
Bei Luftsackerkrankungen siedeln sich Bakterien oder Pilze in den Hohlräumen im Schädel eines Pferdes an. Es kann zu eitrigen oder blutigen Ausfluss aus den Nüstern kommen. Die Luft staut sich bei Saugfohlen im Luftsack.
Die typischen Symptome bei einer Luftsackerkrankung variieren je nach Art der Erkrankung. So tritt bei vereiterten Luftsäcken (Luftsackempymen) Eiter schubweise aus einer oder beiden Nüstern heraus, sobald das Pferd seinen Kopf senkt. Von der Seite des Ausflusses kann man nicht auf die Seite des vereiterten Luftsackes schließen. Das Sekret kann durchaus auch mit Blut versetzt sein. Der Ganaschenbereich kann mehr oder weniger stark anschwellen und es kann zu Schluckbeschwerden kommen. Außerdem können beim Einatmen rasselnde Geräusche und vereinzelt sogar Nasenbluten auftreten. Das Pferd magert stark ab, obwohl es ausreichend Nahrung zu sich nimmt.
Bei Luftsackmykosen (Pilzinfektionen) sind vorerst keine Symptome festzustellen. Es sei denn, die Infektion schädigt Gefäße oder Nervenbahnen. Sind die Nerven erst einmal angegriffen kann es beim Pferd zu Gleichgewichtsstörungen und/oder Schluck- und Schlingbeschwerden kommen. Es gibt Pferde, bei denen der Kopf schief herab hängt, die einseitig (und da besonders unter dem Ohr) schwitzen und das obere Augenlid einseitig herab hängt. In extremen Fällen kann es sogar zur Verschiebung des Gaumensegels kommen, so dass dadurch pfeifende Atemgeräusche entstehen. Sind Blutgefäße angegriffen kann es zu starken Blutungen aus den Nüstern kommen.
Ein weiteres typisches Symptom für Luftsackerkrankungen sind Stauungen der Luft im Luftsack. Dadurch entstehen schmerzlose, massive Schwellungen im Kehlbereich und das Ganze ohne Nasenfluss. Klopft man die betroffenen Stellen mit den Fingern ab klingt das Klopfgeräusch dumpf. Nehmen die Schwellungen zu und gewinnen an Stärke können Schluckbeschwerden und Atemnot entstehen.

