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Lungenentzündung


Die Lungenentzündung (Pneumonie) beim Pferd ist stets eine Infektion der Lunge durch Bakterien. Sie ist bei einem ausgewachsenen Pferd eine Sekundärinfektion (=Folgeerkrankung), d.h. die Bakterien können das Lungen- bzw. das Bronchialgewebe nur deshalb infizieren, weil bereits eine Schwächung des Immunsystems vorhanden ist. Diese wiederum ist dann meistens durch eine Virusinfektion gerade (aber nicht nur) der Atemwege oder durch jede andere Art eines Fremdkörperbefalls (Bakterien, Pilze, Parasiten) geschehen.

Die Fohlen sind für eine Lungenentzündung am anfälligsten. Bei ihnen sind sie sogar noch als Erstinfektion möglich, wenn seine antibakteriellen Abwehrmechanismen noch nicht rechtzeitig gegen diese Erreger vorgehen können. Sie wird im Alter bis 6 Monate als die häufigste Krankheit genannt und für die meisten Sterbefälle verantwortlich gemacht.
Die Bakterien, welche die Lunge infizieren, sind stets in der umgebenden Atemluft vorhanden. Sie sind nicht das Problem, sondern immer das bereits geschwächte Immunsystem des Pferdes.

Die Lungenentzündung ist nicht ansteckend, allerdings können die anderen Pferde die gleichen Risikofaktoren betreffen und deshalb selbst Lungenentzündungen entwickeln.

Verlauf:

Lungenentzündungen lassen die Schleimhäute in den Bronchien anschwellen, wodurch der Luftaustausch eingeschränkt wird. Dann füllen sich die Lungenbläschen mit ihrem entzündlichen Sekret und können nicht mehr genug Sauerstoff für den Organismus aufnehmen.

Erkennung:

Die Lungenentzündung bei Pferden macht sich bemerkbar durch langsames und angestrengtes Atmen unter vermehrtes Nutzen der Bauchmuskulatur (Bauchpresse), hohes Fieber (40 Grad) und der damit verbundenen Appetitlosigkeit, Durchfall, viel nasaler Ausfluss und Husten, Bewegungsunfähigkeit und über längere Zeit durch Gewichtsverlust.

Behandlung:

Unter Heranziehung eines Tierarztes werden gegen die Lungenentzündung Antibiotika verabreicht. Die Luft muss frisch und sauber (staubfrei) sein, denn wegen der eingeschränkten Lungentätigkeit muss ausreichend Sauerstoff zur Verfügung stehen. Die Stalltemperatur darf trotzdem nicht zu sehr absinken.
Außerdem wird das Pferd isoliert (Fohlen bleibt mit Mutter zusammen) und von jeglichem Stressfaktor ferngehalten.
Das Pferd braucht auch nach der Ausheilung noch 3 bis 4 Woche Erholungszeit und Ruhe.