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Nackenbandverkalkung
Bei einer Nackenbandverkalkung handelt es sich - wie der Name der Erkrankung bereits vermuten lässt - um eine Verkalkung um das Nackenband des Pferdes herum, welches in Fachkreisen auf Latein als Ligamentum nuchae bezeichnet wird. Genauer gesagt handelt es sich bei der Erkrankung um die Verkalkung der Genickschleimbeutel, welche jedoch nur bei manchen Pferden vorhanden sind und in der Regel zwischen den ersten beiden Halswirbeln und dem Nackenband des Pferdes entstanden sind. Die Funktion des Nackenbandes ist, die aufrechte Haltung des Kopfes und Halses zu gewährleisten und die Nackenmuskulatur dabei zu entlasten. Eine Verkalkung der Genickschleimbeutel kann eine eingeschränkte Bewegung des Pferdes zur Folge haben und sogar bis hin zur Unbrauchbarkeit des Tieres für den Reitsport führen. Eine weitaus noch kompliziertere Entwicklung nimmt die Erkrankung, wenn zudem eine Entzündung in der so genannten Genickbeule (im vorderen Genickschleimbeutel) auftritt. Ein noch deutlicher verstärktes Bewegungsdefizit sowie Schwellungen an der Hals- und Nackenmuskulatur sind zu erwarten. Zudem kann das Tier einen zunehmenden Koordinationsverlust bei Bewegungsabläufen erleiden, welcher einer Ataxie - also einer Störung im Bewegungsapparat, verursacht durch Schäden oder Störungen am zentralen Nervensystem - gleichzukommen scheint.
Vor allem Springpferde und Dressurpferde leiden vermehrt unter einer Nackenbandverkalkung. Möglicherweise liegt der Erkrankung eine Fehlhaltung solcher Pferde während ihrer Ausbildung zum Dressur- oder Springpferd zugrunde, bei welcher der Hals und das Genick des Tieres über zu lange Zeit hinweg zu eng gehalten werden. Auch Unfälle und Stürze des Pferdes, bei welchen es sich womöglich noch überschlagen hat, zählen zu den möglichen Auslösern. Ebenso kann ein bloßes Hängenbleiben mit dem Halfter oder mit der Trense zu einer Verkalkung im Nackenbandbereich führen.
Die Behandlung einer Nackenbandverkalkung gestaltet sich aus jenem Grund heraus jedoch als eher schwierig, da zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ wenige ergebnisbringende Untersuchungen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten durchgeführt worden sind. Als eine Möglichkeit, eine Nackenbandverkalkung zu behandeln, wird die so genannte extrakorporale Stoßwellentherapie (SWET) gehandelt, welche bei Pferden mitunter bei Verkalkungen in Bändern und Sehnen vielversprechende Erfolge bei der Heilung bewirkt hat. Jedoch ist bisher nicht viel über die Rückfallwahrscheinlichkeit nach einer Behandlung mit dieser Methode bekannt.
Bei der Behandlung einer Nackenbandverkalkung können Praktiken und Mittel der Pferdeosteopathie Hilfestellung bieten.