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Nasen- und Lungenrotz


Der Nasen- und Lungenrotz ist in erster Linie eine Pferdekrankheit, mit der sich jedoch auch andere Tiere und ebenso Menschen infizieren können. Sie wird auch Mürde oder Hautwurm genannt. Verursacht wird sie durch das Bakterium Burkholderia malei. Durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem Erreger kann eine Übertragung der Krankheit erfolgen. Der Erreger findet sich in infektiösen Körperausscheidungen und kann sowohl über die äußere Haut, wie auch über Schleimhäute eintreten.

Bereits im Altertum wurde der Nasen- und Lungenrotz beim Pferd erwähnt. Somit ist diese Seuche eine der ältesten Pferdekrankheiten. Im 18. und 20. Jahrhundert führte diese Erkrankung bereits zu hohen Verlusten bei Armeepferden.

Beim Pferd kann der Nasen- und Lungenrotz entweder chronisch oder akut verlaufen. Gekennzeichnet ist die Erkrankung durch eitrige Prozesse in den oberen Atemwegen, der Lunge und auch der Haut.

Während die akute Erkrankung vorwiegend bei Maultieren und Eseln auftritt, befällt die chronische Variante in erster Linie Pferde.

Beim Nasenrotz treten Knötchen, Geschwüre und diphtheroide Beläge auf den Schleimhäuten der oberen Luftwege auf. Der Lungenrotz ist gekennzeichnet durch Geschwüre und Rotzknötchen in der Lunge.

Das allgemeine Krankheitsbild zeigt sich meist beim Nasen- und Lungenrotz durch unregelmäßige Fieberschübe. Ebenso können Husten und Atembeschwerden sowie Schwellungen der Kehlgangslymphknoten auftreten.

Die Erkrankung des Nasen- und Lungenrotzes ist anzeigepflichtig, da sie als Tierseuche gilt. Bei der Bekämpfung der Seuche wird fast immer die Keulung der kranken oder infizierten Tiere eingesetzt. Das heißt, die Tiere müssen getötet werden.

Heute tritt der Nasen- und Lungenrotz beim Pferd vor allem noch in Afrika, Asien und Südamerika auf. In Westeuropa und Nordamerika ist die Seuche so gut wie ausgerottet. Eine Schutzimpfung gibt es bis heute nicht.

Besonders wichtig ist es daher, dass die richtige Diagnose gestellt wird. An den typischen Veränderungen im Nasenbereich kann ein Tierarzt die Krankheit gut erkennen. Auch mit histologischen und pathologischen Untersuchungen kann die Diagnose gestellt werden.

Beim infizierten Menschen muss mit einer antibiotischen Therapie gearbeitet werden. Diese Therapie gestaltet sich aber als sehr langwierig und schwierig. Wird die Rotzkrankheit beim Menschen nicht erkannt und behandelt, so endet sie meist tödlich.